Begriffe aus der Zerstäubungstechnik von J bis L

J


 

K


Kapillare in der Düsentechnik

Hierunter versteht man in der Düsen- und Zerstäubungstechnik eine einfache Düsenöffnung ohne spezielle Einbauten. Drall- oder Turbulenzkörper werden in einfachen Kapillaren üblicherweise nicht genutzt.

Einfache Abtropfvorgänge finden zum Beispiel üblicherweise an Kapillaren statt. Eine typische Anwendung für Abtropfvorgänge sind Tropfflaschen in der Medizintechnik. Zum Beispiel für Augentropfen.

TIPP: Mit unserem Online-Rechner für Abtropfvorgänge können Sie den erzeugten Tropfendurchmesser als Funktion des Durchmessers einer Kapillaren berechnen.

Auch Brausen weisen üblicherweise Kapillaren aufweisen. Ein Typisches Beispiel sind die bekannten Gartenbrausen. Hier ersetzen einzelne Bohrungen in einem Blech die Kapillaren. Die Strömungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit ist höher als bei dem Abtropfen. Dieses führt dann zum sogenannten laminaren- oder Rayleigh´schen Strahlzerfall.

TIPP: Nutzen Sie den Online-Rechner für den laminaren Strahlzerfall, um die Größe der monodispersen Tropfen an Kapillaren zu berechnen.


Kapillarviskosimeter

Eine relativ einfach aufgebaute Messeinrichtung, um die Viskosität newtonscher Flüssigkeiten zu bestimmen. Eine exakt definierte Flüssigkeitsmenge durchströmt laminar eine Kapillare. Aus der hierzu benötigten Zeit und einem bekannten, gerätespezifischen Korrekturfaktor lässt sich die Viskosität leicht errechnen. Kapillarviskosimeter eignen sich nicht für nicht-newtonsche Flüssigkeiten. Aufgrund der Verstopfungsgefahr sollten ferner keine Suspensionen mit Kapillarviskosimetern gemessen werden.


Kavitation in der Düsenmündung

Kavitation in der Düsenmündung. Bild: IBR Zerstäubungstechnik GmbHDiese tritt auf, wenn der Dampfdruck einer Flüssigkeit unterschritten wird. Dieses kann zum Beispiel in der Düsenmündung auftreten, wenn die Strömungsgeschwindigkeit sehr hoch ist. Eine hohe Strömungsgeschwindigkeit geht nach Bernoulli einher mit einem geringen statischen Druck.

Die Flüssigkeit bildet Gasblasen aus. Steigt der Druck wieder an, implodieren diese Gasblasen. Kavitation kann einerseits das Erzeugen feiner Tropfen begünstigen, jedoch auch Material schädigen. Das Aufbrechen des Flüssigkeitsstrahles an einer Einstoff-Druckdüse kann bei einem günstigen Verhältnis von Bohrungslänge zum Bohrungsdurchmesser begünstigt werden!


Kegeldüse

Die Kegeldüse zählt zu den Lamellen bildenden Einstoff-Druckdüsen. Bild: IBR Zerstäubungstechnik GmbHEine zu den Lamellen bildenden Düsen zählende Bauart der Einstoff-Druckdüsen. Die aus der Düsenmündung austretende Flüssigkeit wird über einen Kegel geleitet, welcher einen definierten Winkel aufweist. Dabei entsteht das typische hohlkegelförmige Sprühbild. Insofern kann die Kegeldüse als Vorstufe der Hohlkegel-Druckdüse angesehen werden.

Allerdings sind die engen Spalte zwischen dem Kegel und dem Düsenaustritt manchmal problematisch; Verstopfungsgefahr.

 

 

Formel zur Berechnung der Lamellendicke an einer Kegelduese. Bild: IBR Zerstäubungstechnik GmbHFormel zur Berechnung der Lamellendicke δ als Funktion der Lauflänge r an einer einfachen Kegeldüse.

 


L


Lamelle

Bestimmte Einstoff-Druckdüsen bilden keinen kompakten Flüssigkeitsstrahl im Nahbereich der Düsenmündung aus, sondern vielmehr eine Flüssigkeitslamelle. Diese zerfällt nach einer gewissen Entfernung hinter der Düsenmündung zu Tropfen. Lamellen bildende Einstoff-Druckdüsen liefern üblicherweise feinere Tropfen als Strahl bildende Einstoff-Druckdüsen.


Lamellen bildende Düsen

Hierunter versteht man bei Einstoff-Druckdüsen die Düsen, die anstelle eines mehr oder minder kompakten Flüssigkeitsstrahles eine Lamelle ausbilden. Diese Lamelle zerfällt in einer bestimmten Entfernung von der Düsenmündung zu einem Spray. Typische Vertreter Lamellen bildender Düsen sind Flachstrahldüsen, Hohlkegel- und Kegeldüsen.


Laminarer Strahlzerfall, auch Rayleigh´scher Strahlzerfall genannt

Tritt eine Flüssigkeit mit nicht zu hoher Strömungsgeschwindigkeit aus einer Kapillaren aus, bilden sich am Ort des Strahlzerfalls gleich große, also monodisperse, Tropfen. Dieses Phänomen ist beispielsweise bei Gartenbrausen zu beobachten.

Tropfengröße beim laminaren Strahlzerfall. Bild: IBR Zerstäubungstechnik GmbH.Die Formel besitzt Gültigkeit für nieder viskose Flüssigkeiten. Interessant ist, dass mit der Methode des laminaren beziehungsweise Rayleigh´schen Strahlzerfalls bei der Verwendung höher viskoser Flüssigkeiten sehr kleine Tropfendurchmesser erzeugt werden können. Dieses sind dann ebenfalls gleich groß, also monodispers.


Lamellenzahl

Eine dimensionslose Kennzahl, welche zur Beschreibung des Lamellenzerfalls genutzt wird. Das Produkt aus der Lamellendicke δ und dem Abstand r von der Düsenachse bezeichnet man als Lamellendickenparameter K. Siehe auch die entsprechende Fachliteratur.


Laserbeugungsspektrometrie

Eine laseroptische, berührungs- und beeinflussungsfreie Methode zum Messen der vollständigen Tropfengrößenverteilung in einem Spray. Beispiel einer Messauswertung und eine detaillierte Darstellung der Laserbeugungsspektrometrie


Lavaldüse

Eine spezielle Düsenform, mit welcher eine Überschall-Strömung erzeugt werden kann.[/fusion_builder_column]