Tropfengrößenverteilungen und Tropfengeschwindigkeiten reproduzierbar messen
Die meisten Zerstäuber und Düsen liefern ein Spray, welches aus verschieden großen Tropfendurchmessern besteht. Diese Sprayeigenschaften sind natürlich von besonderer Bedeutung für den gesamten verfahrenstechnischen Prozess.
Hierbei spielen oftmals nicht nur die im Spray vorhandenen Tropfendurchmesser, sondern auch deren Geschwindigkeiten eine Rolle. So beispielsweise bei der Beschichtung von Oberflächen. Einerseits muss die Tropfengrößenverteilung „stimmen“, um ein optimales Ergebnis der Beschichtung zu erhalten. Andererseits sind die Geschwindigkeit der Tropfen und somit der Impuls beim Auftreffen auf eine Oberfläche zu berücksichtigen.
Häufig treten Probleme auf, wenn sich zu grobe Tropfen eines Sprays an Apparate- oder Rohrwandungen abscheiden. Dieses hat dann zur Folge, dass sich unerwünschte Filme bilden oder Produkt anhaftet. Besonders kritisch ist dieses zum Beispiel im Bereich der Nahrungs- und Pharma-Industrie.
Weist das Spray hingegen einen unerwünscht hohen Anteil an besonders feinen Tropfen aus, - man spricht dann von einem Overspray -, resultieren hieraus ebenfalls erhebliche Probleme. Die feinen und somit sehr leichten Tropfen folgen nahezu schlupffrei vorhandenen Gasströmungen. Ein unter Umständen erheblicher Anteil an zerstäubtem Fluid findet sich in der Umgebung des Prozesses oder in filternden Einrichtungen wieder. Kritisch wird es meistens dann, wenn sich im Overspray Tropfen befinden, die lungengängig sind. Es liegt auf der Hand, dass dieses besonders bei toxischen, explosiblen oder besonders wertvollen Fluiden unbedingt zu vermeiden ist.
Wie aber gelangt man zu verlässlichen Aussagen über die relevanten Eigenschaften eines Sprays?
Es ist keinesfalls ausreichend, nur einen einzigen charakteristischen Tropfendurchmesser zu kennen!
Wenn überhaupt, bekommt man lediglich einige Informationen über den mittleren Tropfendurchmesser d50 in einem Spray. Gegebenenfalls wird auch noch der Sauterdurchmesser d32 angegeben. Wie nützlich sind aber diese Werte?
Sie nutzen überhaupt nicht! Und das aus folgenden Gründen.
Zum einen beziehen sich die angegebenen Werte in der Regel auf einen bestimmten Betriebspunkt beim Zerstäuben von Wasser! Zum anderen lassen sie überhaupt keinen Rückschluss darauf zu, wie das eigentliche Tropfengrößenspektrum wirklich aussieht. Wie soll man anhand eines bestimmten Wertes für den mittleren- oder den Sauterdurchmesser beurteilen, wie groß die gröbsten und wie fein die kleinsten Tropfen sind?
Und wie sieht es besonders dann aus, wenn man Flüssigkeiten zerstäubt, deren Rheologie, vor allem gemeint ist hiermit die Viskosität, sich von Wasser unterscheidet?
Wie ändern sich eigentlich die Sprayeigenschaften mit zunehmender Entfernung von der Düsenmündung? Welche Rolle spielen hierbei Verdunstungseffekte und Tropfenkoaleszenz?
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