Phsikalische Grundlagen der Zerstäubung mit Zweistoff-Düsen
Zweistoff-Düsen oder pneumatische Zerstäuber unterscheiden sich hinsichtlich der zugrunde liegenden physikalischen Mechanismen grundlegend von den Einstoff-Druckdüsen.
Energielieferant für den Prozess der Zerstäubung ist bei diesen Düsen ein mit hoher Geschwindigkeit strömender Gas- oder Dampfmassenstrom. Aufgrund der geringen Dichte von Gasen werden bereits bei relativ niedrigen Druckdifferenzen extrem hohe Geschwindigkeiten bis hin zur Schallgeschwindigkeit erzielt. Dieses bedeutet, dass die Flüssigkeit selbst nur eine relativ geringe Strömungsgeschwindigkeit aufweisen muss. Es ist also bei diesem Verfahren der Zerstäubung nicht erforderlich, eine möglichst turbulente Strömung für die zu zerstäubende Flüssigkeit zu erzeugen!
Besonders beim Zerstäuben kleiner Flüssigkeitsvolumen- beziehungsweise -massenströme oder bei höher viskosen Flüssigkeiten ist dieses von großem Vorteil und oftmals die einzige praktikable Alternative, ein feines Spray zu erzeugen.
Bestimmte Bauarten von Zweistoff-Düsen sind zudem in der Lage, die zu zerstäubende Flüssigkeit selbstständig anzusaugen. Eine Flüssigkeitspumpe oder eine Druckvorlage ist in diesem Fall nicht erforderlich. Dieses eröffnet die Möglichkeit, lediglich über die Steuerung der Druckluft eine Zerstäubung zu starten oder, beispielsweise im Falle einer Anlagen-Störung, rasch zu stoppen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt!
Bei einer Einstoff-Druckdüse hängen der Volumenstrom und das erzeugte Tropfengrößenspektrum nur vom Differenzdruck ab. Sofern sich natürlich die rheologischen Eigenschaften der zu zerstäubenden Flüssigkeit nicht ändern. Das bedeutet, dass sich Druckdüsen nur bedingt variierenden Prozessbedingungen anpassen können.
Anders die Zweistoff-Düsen. Durch eine Anpassung des Gasvolumenstroms, -dieses erfolgt in der Praxis durch eine Regelung des Gasdifferenzdruckes-, gewinnt man einen weiteren freien Betriebsparameter.
Mit anderen Worten: Zweistoff-Düsen sind in Bezug auf den zu realisierenden Betriebsbereich deutlich flexibler als Druckdüsen. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass insbesondere bei hohen zu zerstäubenden Volumenströmen an Flüssigkeit der Einsatz an Druckluft einen nicht unerheblichen Kostenfaktor darstellt.
Es ist natürlich auch hier im Vorfeld zu klären, ob beispielsweise im verfahrenstechnischen Prozess der Einsatz von Druckluft oder Inertgas möglich ist und ob der Sprayimpuls akzeptabel ist.
Auch hier beraten wir Sie natürlich umfassend, kompetent und zuverlässig!
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